EMF-Schutz zuhause: 5 praktische Schritte

Sie möchten Ihre EMF-Exposition zuhause reduzieren, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Zwischen WLAN-Routern, Smartphones, Smart Home und Stromleitungen fühlt es sich schnell überwältigend an.

Die gute Nachricht: Mit wenigen, gezielten Maßnahmen können Sie Ihre EMF-Belastung um 70-90% reduzieren – ohne auf modernen Komfort zu verzichten.

In diesem praktischen Leitfaden erfahren Sie:

  • 5 konkrete Schritte für sofortigen EMF-Schutz
  • Was Sie heute umsetzen können (kostenlos!)
  • Welche Investitionen sich wirklich lohnen
  • Priorisierung: Was ist am wichtigsten?

Schritt 1: Messen Sie Ihre aktuelle Exposition

Warum Messen wichtig ist

Sie können nicht reduzieren, was Sie nicht kennen. Ein EMF-Messgerät zeigt Ihnen:

  • Wo die größten Quellen in Ihrer Wohnung sind
  • Welche Bereiche am stärksten belastet sind
  • Ob Ihre Schutzmaßnahmen funktionieren

Infografik zeigt fünf Schritte zum EMF-Schutz zuhause: Messen, Schlafzimmer optimieren, WLAN konfigurieren, Kabel nutzen und Smart Home reduzieren

Empfohlene Messgeräte (2026)

GerätMisstPreisFür wen?
Cornet ED88TplusNF + HF~180 €Einsteiger
Gigahertz Solutions HF35CHF (sehr genau)~350 €Fortgeschrittene
Trifield TF2NF + HF~200 €Einfache Bedienung

Was Sie messen sollten

1. Hochfrequenz (HF)

  • WLAN-Router
  • Smartphone (beim Telefonieren)
  • Nachbars-WLAN (oft stärker als das eigene!)
  • Mobilfunkmasten (Fenster öffnen, nach außen messen)

2. Niederfrequenz (NF)

  • Stromleitungen in Wänden (besonders im Schlafzimmer)
  • Elektrische Geräte
  • Netzteile
  • Verlängerungskabel

Priorisierung: Messen Sie zuerst das Schlafzimmer – hier verbringen Sie 6-8 Stunden täglich!

→ Die besten EMF-Messgeräte 2026 im Vergleich


Schritt 2: Schlafzimmer optimieren (Priorität #1)

Warum das Schlafzimmer am wichtigsten ist

  • 6-8 Stunden tägliche Exposition
  • Schlaf ist wichtigste Regenerationsphase
  • Melatonin-Produktion kann durch EMF gestört werden
  • Größter Impact mit geringstem Aufwand

Kostenlose Maßnahmen (heute umsetzbar)

1. Handy aus dem Schlafzimmer (oder Flugmodus)

  • ✅ Reduziert HF-Exposition um ~90%
  • Alternativer Wecker: Batteriebetrieben (kein Strom = kein NF)
  • Handy in anderes Zimmer laden

2. WLAN nachts ausschalten

  • ✅ Timer-Steckdose (15-20 €) – schaltet WLAN von 23:00-07:00 automatisch aus
  • Alternative: Manuell ausschalten (Kippschalter am Router)
  • WLAN-Frequenz läuft durch Wände – auch Router in anderen Zimmern belasten Ihr Schlafzimmer

3. Abstand zu Stromleitungen

  • Bett mindestens 30-50 cm von Wand entfernt (Stromleitungen laufen in Wänden)
  • Keine Steckdosenleisten oder Verlängerungskabel unter/neben dem Bett
  • Elektrogeräte (Radiowecker, Ladekabel) mindestens 1 Meter vom Kopf entfernt

Investitionen (200-500 €)

Netzfreischalter (200-400 €):

  • Schaltet Strom im Schlafzimmer automatisch ab, wenn kein Verbraucher läuft
  • Reduziert NF-Exposition um ~95%
  • Installation durch Elektriker (1-2 Stunden)
  • Beste Investition für EHS-Betroffene

Abschirmende Bettwäsche (150-400 €):

  • Baldachin oder Bettlaken mit Silberfäden
  • Reduziert HF von außen (Nachbars-WLAN, Mobilfunkmasten)
  • Wichtig: Muss geerdet werden (sonst Antennen-Effekt!)

Schritt 3: WLAN und Mobilfunk optimieren

Diagramm zur optimalen WLAN-Router-Platzierung im Zuhause mit richtigen und falschen Positionen sowie Konfigurationstipps

WLAN-Router platzieren und konfigurieren

1. Position optimieren

  • ❌ Nicht im Schlafzimmer oder Kinderzimmer
  • ❌ Nicht im Wohnzimmer (wo Sie viel Zeit verbringen)
  • ✅ Im Flur, Abstellraum oder Keller
  • ✅ So weit entfernt von Aufenthaltsbereichen wie möglich

2. Sendeleistung reduzieren

  • Router-Einstellungen öffnen (z.B. 192.168.1.1)
  • WLAN-Sendeleistung auf 25-50% reduzieren
  • Funktioniert in den meisten Wohnungen noch problemlos
  • ✅ Reduziert Exposition um 50-75%

3. 5 GHz-Band deaktivieren (wenn nicht benötigt)

  • 5 GHz hat höhere Frequenz → stärkere biologische Wirkung vermutet
  • 2,4 GHz reicht für die meisten Anwendungen

4. Nachts automatisch ausschalten

  • Timer-Steckdose (15-20 €)
  • Oder: Router-Einstellungen (manche Modelle haben Zeitsteuerung)
  • ✅ 8 Stunden täglich ohne WLAN = 33% weniger Exposition

Smartphone richtig nutzen

1. Beim Telefonieren

  • ✅ Lautsprecher oder kabelgebundene Kopfhörer (nicht Bluetooth!)
  • ✅ Warten, bis Verbindung steht, bevor Sie Handy ans Ohr halten
  • ❌ Nicht bei schlechtem Empfang telefonieren (Handy erhöht Sendeleistung)
  • ❌ Nicht in fahrendem Auto/Zug (ständiger Mastenwechsel = höhere Leistung)

2. Im Alltag

  • Flugmodus aktivieren, wenn Sie Handy nicht brauchen
  • Nicht in Hosentasche tragen (Spermienqualität!)
  • Nicht beim Schlafen neben Kopf legen
  • Bluetooth und WLAN nur bei Bedarf aktivieren

3. Für Kinder

  • Kein Smartphone vor 12 Jahren (WHO-Empfehlung)
  • Wenn doch: Nur im Flugmodus (Notfall-Telefon)
  • Keine Handy-Spiele im Auto (höchste Exposition!)

Schritt 4: Kabel statt Funk wo möglich

LAN statt WLAN

Für Computer/Laptop:

  • LAN-Kabel vom Router zum Arbeitsplatz verlegen
  • ✅ Reduziert HF-Exposition um 100% am Arbeitsplatz
  • ✅ Schneller und stabiler als WLAN
  • Kosten: 10-30 € für Kabel (je nach Länge)

Für Smart TV:

  • LAN-Kabel statt WLAN
  • Bluetooth ausschalten
  • WLAN-Funktion in TV-Einstellungen deaktivieren

Kabelgebundene Alternativen

GerätFunk-VarianteKabel-Alternative
KopfhörerBluetooth3,5mm Klinkenkabel (5-15 €)
Tastatur/MausWirelessUSB-Kabel (10-30 €)
LautsprecherBluetoothAUX-Kabel (5-10 €)
DruckerWLANUSB-Kabel (10-20 €)

Schritt 5: Smart Home kritisch hinterfragen

Brauchen Sie wirklich…

❌ Ständig sendende Geräte:

  • Smarte Lautsprecher (Alexa, Google Home) – senden 24/7
  • Smarte Lampen (Philips Hue) – können auch mit normalem Schalter bedient werden
  • Smarte Steckdosen – oft unnötig
  • Fitness-Tracker am Handgelenk – sendet Bluetooth 24/7

✅ Alternativen:

  • Zeitschaltuhren (mechanisch, ohne Funk)
  • Normale Lichtschalter (eine Sekunde länger zum Licht einschalten ist okay)
  • Fitness-Tracker nur beim Sport tragen

Wenn Sie Smart Home behalten

1. Zentral steuern (nicht zigfach senden)

  • Ein Hub statt 20 einzelne WLAN-Geräte
  • Zigbee oder Z-Wave (niedrigere Sendeleistung als WLAN)

2. Nachts deaktivieren

  • Smart Home Hub an Timer-Steckdose
  • Nachts aus = 8 Stunden ohne Funk

3. Nur wo wirklich sinnvoll

  • Heizungssteuerung (Energie sparen) – ja
  • Smarte Zahnbürste – nein

Bonus: EMF-Schutzgeräte – Sinnvoll oder Geldverschwendung?

Wann sind Schutzgeräte sinnvoll?

✅ Empfehlenswert für:

  • Elektrohypersensible (nach Umsetzung aller kostenlosen Maßnahmen)
  • Personen mit Schlafproblemen trotz optimaler Schlafhygiene
  • Wohnungen mit hoher externer EMF-Belastung (Mobilfunkmast, Nachbars-WLAN)

❌ Nicht empfehlenswert als:

  • Erste Maßnahme (zuerst Quellen reduzieren!)
  • Ersatz für Verhaltensänderungen
  • Alleinige Maßnahme

Priorisierung: Budget-Stufen

0-100 €: Kostenlose Maßnahmen + Timer

  1. Alle kostenlosen Maßnahmen umsetzen (siehe oben)
  2. Timer-Steckdose für WLAN (15-20 €)
  3. LAN-Kabel (10-30 €)
  4. Kabelgebundene Kopfhörer (10-30 €)

100-500 €: Messen + Schlafzimmer

  1. EMF-Messgerät (180-400 €)
  2. Netzfreischalter im Schlafzimmer (200-400 €)

500-1.500 €: EMF-Schutzgerät

  1. Waveguard Qi-Shield (249 €) oder Blushield (595 €) oder Somavedic (850-1.450 €)

→ Kompletter EMF-Schutz Leitfaden


Checkliste: Ihre EMF-Schutz-Roadmap

Visuelle Checkliste für 30-Tage EMF-Schutz Aktionsplan mit Zeitplan für Woche 1 bis Monat 3

Sofort (heute!)

  • ☐ Handy aus Schlafzimmer (oder Flugmodus)
  • ☐ WLAN nachts manuell ausschalten
  • ☐ Bett von Wand wegziehen (30-50 cm)
  • ☐ Bluetooth am Smartphone deaktivieren

Diese Woche

  • ☐ Timer-Steckdose für WLAN kaufen (15-20 €)
  • ☐ LAN-Kabel verlegen für Computer
  • ☐ WLAN-Sendeleistung im Router reduzieren (50%)
  • ☐ Kabelgebundene Kopfhörer kaufen

Diesen Monat

  • ☐ EMF-Messgerät kaufen (180-400 €)
  • ☐ Wohnung vermessen (besonders Schlafzimmer)
  • ☐ Hotspots identifizieren und eliminieren

Nächste 3 Monate

  • ☐ Netzfreischalter im Schlafzimmer installieren (200-400 €)
  • ☐ Falls EHS: EMF-Schutzgerät testen (Rückgaberecht nutzen!)
  • ☐ Schlafqualität dokumentieren (Oura Ring, Whoop oder Tagebuch)

Fazit: Weniger ist mehr

EMF-Schutz muss nicht kompliziert oder teuer sein. Die effektivsten Maßnahmen sind oft die einfachsten:

  1. Abstand: Je weiter weg, desto geringer die Exposition (inverse Quadrat-Gesetz)
  2. Zeit: Weniger Zeit = weniger Exposition (besonders nachts)
  3. Abschirmung: Erst als letzte Option (wenn Quellen nicht reduzierbar)

Wichtig: Perfektion ist nicht das Ziel. Jede kleine Verbesserung zählt.

Beginnen Sie heute mit Schritt 1 (Schlafzimmer) – der größte Impact mit dem geringsten Aufwand.


Häufige Missverständnisse und Mythen

Mythos 1: „Alle EMF sind gleich gefährlich“

Fakt: Es gibt große Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen EMF sowie zwischen verschiedenen Frequenzen.

  • Natürliche EMF: Erdmagnetfeld, Schumann-Resonanz (7,83 Hz) – meist harmlos
  • Niederfrequent (NF): Stromleitungen, Haushaltsgeräte (50 Hz) – biologische Effekte umstritten
  • Hochfrequent (HF): WLAN, Mobilfunk (900 MHz – 5 GHz) – WHO klassifiziert als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B)
  • Ionisierende Strahlung: Röntgen, Radioaktivität – EINDEUTIG gefährlich (Gruppe 1)

Wichtig: Nicht alles pauschalieren. Differenzierung ist entscheidend!

Mythos 2: „Harmonisierungs-Geräte sind wissenschaftlich bewiesen“

Fakt: NEIN. Kein einziges Harmonisierungs-Gerät ist durch unabhängige peer-reviewed Studien belegt.

  • ✗ Herstellerstudien existieren, aber mit methodischen Schwächen
  • ✗ Placebo-Effekt nicht ausgeschlossen
  • ✗ Behörden (BfS, WHO) empfehlen KEINE Harmonisierungs-Geräte
  • ✓ ABER: Tausende Anwenderberichte über subjektive Verbesserungen

Fazit: Wissenschaftlich nicht bewiesen ≠ wirkungslos. Persönliches Testen mit Rückgaberecht empfohlen!

Mythos 3: „Abschirmung ist immer die beste Lösung“

Fakt: Abschirmung kann manchmal kontraproduktiv sein!

  • Falsch angebrachte Abschirmung kann Strahlung VERSTÄRKEN (Reflektionen, Hotspots)
  • Abschirmfarbe ohne Erdung ist wirkungslos
  • Professionelle Messung + Installation nötig (kostet 500-2.000 €)

Besser: Erst Vermeiden und Abstand, dann erst Abschirmung als letztes Mittel!


Praktische Anwendung: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Phase 1: Analyse (Woche 1)

Schritt 1: EMF-Quellen identifizieren

  1. Innen: WLAN-Router, Smart TV, Mikrowelle, DECT-Telefon, Babyphone, Smarte Geräte
  2. Außen: Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen, Trafostationen, Nachbars WLAN
  3. Optional: EMF-Messgerät kaufen (Cornet ED88Tplus, ~180 €) für genaue Messung

Schritt 2: Hotspots lokalisieren

  • Wo halten Sie sich am längsten auf? (Schlafzimmer: 8h, Büro: 8h, Wohnzimmer: 4h)
  • Welche Quellen sind in <2m Abstand? (Kritisch!)
  • Nachts: Schlafplatz komplett EMF-frei? (Priorität #1)

Phase 2: Optimierung (Woche 2-4)

Quick Wins (0 €, sofort umsetzbar):

  1. WLAN nachts aus: Router ausschalten oder Zeitschaltuhr (10 €)
  2. Smartphone Flugmodus: Nachts ODER in anderem Raum lassen
  3. Abstand vergrößern: Router von 1m auf 3m vom Arbeitsplatz → 90% Reduktion!
  4. Kabelgebunden: LAN-Kabel statt WLAN wo möglich (Arbeitsplatz, TV)
  5. DECT-Telefon weg: Durch altes kabelgebundenes Telefon ersetzen

Geschätzte Reduktion durch Quick Wins: 50-70% der vermeidbaren EMF-Exposition

Budget-Maßnahmen (50-300 €):

  1. Netzfreischalter Schlafzimmer: 50-150 € → Stromkreis nachts komplett aus
  2. EMF-Messgerät: 150-200 € → Zur Erfolgskontrolle und Quellensuche
  3. Abgeschirmte Kabel: 20-50 € → Für kritische Verbindungen
  4. Zeitschaltuhr: 10-20 € → WLAN automatisch nachts aus

Geschätzte zusätzliche Reduktion: +10-20%

Phase 3: Evaluation (Woche 5-8)

Tracking der Effekte:

  1. Subjektiv: Schlafqualität (1-10), Kopfschmerzen (Häufigkeit), Energielevel (1-10)
  2. Objektiv (optional): Oura Ring, Whoop → HRV, Tiefschlaf, REM-Phasen
  3. EMF-Messung: Vorher/Nachher-Vergleich mit Messgerät

Bewertung nach 4-8 Wochen:

  • Deutliche Verbesserung (>50%): Glückwunsch! Weiter so.
  • Moderate Verbesserung (20-50%): Weitere Optimierungen möglich (Harmonisierungs-Geräte, Abschirmung)
  • Keine Verbesserung (<20%): EMF eventuell nicht Hauptursache → Arzt konsultieren

Fortgeschrittene Tipps und Tricks

Tipp 1: Nachtmodus für WLAN optimal nutzen

Standard-Tipp: WLAN nachts ausschalten.

Pro-Tipp: Viele Router haben WLAN-Zeitplanung eingebaut!

  1. Router-Oberfläche öffnen (meist 192.168.1.1 oder 192.168.0.1)
  2. Einstellungen → WLAN → Zeitplanung
  3. WLAN aus: 23:00 Uhr, WLAN an: 06:00 Uhr
  4. → Automatisch, keine Zeitschaltuhr nötig!

Noch besser: 5 GHz-WLAN komplett deaktivieren (wenn nicht zwingend nötig), nur 2,4 GHz nutzen (geringere Strahlung bei gleicher Reichweite).

Tipp 2: Smartphone-Nutzung optimieren

Problem: Smartphone am Ohr = höchste SAR-Exposition (direkter Körperkontakt!)

Lösungen:

  1. Freisprechfunktion: IMMER nutzen beim Telefonieren (90% Reduktion!)
  2. Kabelgebundene Kopfhörer: Besser als Bluetooth (weniger zusätzliche Strahlung)
  3. Flugmodus + WLAN: Wenn nur Internet nötig, Mobilfunk aus (50% Reduktion)
  4. Nachts: Flugmodus ODER anderer Raum (nicht auf Nachttisch!)
  5. Nie am Körper tragen: Nicht in Hosentasche (Fortpflanzungsorgane!), besser in Tasche/Rucksack

Tipp 3: Smart Home EMF-optimiert einrichten

Problem: Smart Home = viele zusätzliche Funkgeräte (Lampen, Thermostate, Kameras, Lautsprecher)

Lösung: Kabelgebundene Alternativen nutzen

GerätFunk-Variante (hoch EMF)Kabel-Alternative (niedrig EMF)
LautsprecherSonos, BluetoothKabel-Lautsprecher + Verstärker
ThermostatNest, tado°Programmierbares Kabel-Thermostat
KameraRing, Arlo (WLAN)PoE-Kameras (Power over Ethernet)
BeleuchtungPhilips Hue (Zigbee)Zeitschalter + normale Lampen

Wenn Funk nötig: Zigbee oder Z-Wave statt WLAN (geringere Sendeleistung)


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind EMF wirklich gefährlich?

Kurze Antwort: Umstritten. Die Wissenschaft ist gespalten.

Lange Antwort:

  • WHO: Klassifiziert Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B – wie Kaffee)
  • IARC (Krebsforschung): 2011 Einstufung 2B basierend auf limitierter Evidenz
  • Behörden (BfS, FCC): „Keine Gesundheitsgefahr bei Einhaltung der Grenzwerte“
  • Kritische Studien: Zeigen DNA-Schäden, oxidativen Stress, Einfluss auf Spermienqualität
  • Industrie-Studien: Finden meist keine Effekte

Fazit: Langzeitrisiken (20-30 Jahre) noch unklar. Vorsorgeprinzip sinnvoll, besonders für Kinder!

Wie schnell sehe ich Verbesserungen nach EMF-Reduktion?

Typische Timeline:

  • Tage 1-3: Oft noch keine bewusste Wahrnehmung
  • Woche 1-2: Besserer Schlaf (häufigstes erstes Zeichen)
  • Woche 3-4: Mehr Energie, bessere Konzentration
  • Monat 2-3: Chronische Symptome (Kopfschmerzen) reduzieren sich
  • Langfristig (6+ Monate): Stabilisierung der Effekte

Wichtig: Sehr individuelle; nicht jeder spürt sofort etwas. Objektives Tracking (HRV, Schlaf-App) hilft!

Brauche ich wirklich ein EMF-Messgerät?

JA, wenn:

  • Sie EMF-sensibel sind (Symptome haben)
  • Sie hohe Außenbelastung vermuten (Mobilfunkmast nah, Hochspannungsleitung)
  • Sie Abschirmung planen (Erfolgskontrolle wichtig!)
  • Sie objektive Daten wollen (Messungen vor/nach Maßnahmen)

NEIN, wenn:

  • Budget knapp ist (0 €-Maßnahmen bringen bereits 50-70% Reduktion!)
  • Keine Symptome, nur präventiv interessiert
  • Einfache Optimierungen reichen (WLAN aus, Abstand vergrößern)

Empfehlung: Cornet ED88Tplus (180 €) oder Trifield TF2 (200 €) – messen NF + HF

Können Kinder empfindlicher auf EMF reagieren?

JA, mehrere Gründe:

  1. Dünnerer Schädel: Strahlung dringt tiefer ins Gehirn ein (bis 2x tiefer als bei Erwachsenen)
  2. Höherer Wassergehalt: Gewebe absorbiert mehr EMF
  3. Sich entwickelndes Nervensystem: Empfindlicher in Wachstumsphase
  4. Längere Lebenszeit-Exposition: Kinder nutzen Smartphones 50-70 Jahre (vs. 20-30 bei Erwachsenen)

Empfehlungen für Kinder:

  • Kein eigenes Smartphone vor 12 Jahren (oder stark limitiert)
  • IMMER Freisprechfunktion beim Telefonieren
  • Tablet/Smartphone nicht am Körper (Rucksack, Tisch)
  • Keine WLAN-Router im Kinderzimmer
  • Nachts: Flugmodus ODER Gerät in anderem Raum

Wie finde ich einen guten EMF-Berater?

Zertifizierungen und Verbände:

  • Deutschland: Verband Baubiologie (VB) – baubiologie.de
  • Österreich: Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit (IBN)
  • Schweiz: Baubiologie Schweiz – baubio.ch

Worauf achten bei Beraterwahl:

  1. ✅ Zertifizierung (Baubiologe IBN, Elektrobiologe)
  2. ✅ Messprotokoll nach SBM-2015 (Standard Baubiologische Messtechnik)
  3. ✅ Unabhängigkeit (verkauft NICHT nur eigene Produkte)
  4. ✅ Referenzen / Kundenbewertungen
  5. ✗ Vorsicht bei: „Garantiert 100% EMF-frei“ → Unrealistisch!

Kosten: 200-500 € für Wohnungs-Messung (2-4 Stunden), 500-1.500 € für umfassende Beratung + Sanierungsplan


Weiterführende Ressourcen

Offizielle Quellen und Studien

Kritische Wissenschaft

  • Bioinitiative Report 2012: Umfassende Analyse von 1.800+ Studien zu EMF-Gesundheitsrisiken
  • EMF Scientists Appeal: 250+ Wissenschaftler fordern strengere Grenzwerte
  • Powerwatch (UK): Unabhängige EMF-Forschung und -Information

Praktische Hilfe DACH

  • Baubiologie Regional: Berater-Verzeichnis nach PLZ
  • Diagnose-Funk: Umwelt- und Verbraucherorganisation (kritisch zu Mobilfunk)
  • Gigaherz.ch (Schweiz): Verein für Strahlenschutz

Fazit und nächste Schritte

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

  1. EMF-Risiko: Wissenschaft umstritten, Vorsorgeprinzip empfohlen (besonders Kinder!)
  2. Prioritäten: Vermeiden > Abstand > Abschirmen (in dieser Reihenfolge!)
  3. Quick Wins (0 €): WLAN nachts aus, Smartphone Flugmodus, Abstand vergrößern → 50-70% Reduktion
  4. Messgerät: Sinnvoll bei Symptomen oder hoher Belastung (180-200 €)
  5. Harmonisierungs-Geräte: Nicht wissenschaftlich bewiesen, aber viele positive Anwenderberichte → Selbst testen mit Rückgaberecht!

Ihr 30-Tage-Aktionsplan:

Woche 1: Analyse

  • EMF-Quellen identifizieren (innen + außen)
  • Hotspots lokalisieren (wo halten Sie sich lange auf?)
  • Optional: Messgerät bestellen

Woche 2-3: Quick Wins umsetzen

  • WLAN nachts aus (Zeitschaltuhr oder Router-Einstellung)
  • Smartphone nachts Flugmodus oder anderer Raum
  • Abstand zu Quellen vergrößern (Router, DECT-Telefon)
  • Kabelgebunden wo möglich (LAN statt WLAN am Arbeitsplatz)

Woche 4: Evaluation

  • Schlafqualität verbessert? (subjektiv oder Schlaf-App)
  • Kopfschmerzen/Symptome reduziert?
  • EMF-Messung: Vorher/Nachher-Vergleich

Nach 30 Tagen: Entscheidung über weitere Maßnahmen

  • Deutliche Verbesserung (>50%): Glückwunsch, weiter so!
  • Moderate Verbesserung (20-50%): Budget-Maßnahmen prüfen (Netzfreischalter, Harmonisierungs-Geräte)
  • Keine Verbesserung: EMF evtl. nicht Hauptursache → Arzt konsultieren

Wichtigster Tipp zum Schluss: Nicht verrückt machen! Starten Sie mit kostenlosen Maßnahmen. Die bringen bereits 50-70% Verbesserung. Perfektionismus ist kontraproduktiv – Stress ist gesundheitsschädlicher als moderate EMF-Exposition!

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