Sie möchten Ihre EMF-Exposition reduzieren – aber wo fangen Sie an? Ein EMF-Messgerät zeigt Ihnen genau, wo die größten Quellen in Ihrer Wohnung sind und ob Ihre Schutzmaßnahmen funktionieren.
Aber welches Messgerät brauchen Sie? Die Preisspanne reicht von 50 € bis über 2.000 € – und nicht jedes teure Gerät ist auch das beste für Ihre Bedürfnisse.
In diesem Leitfaden erfahren Sie:
- Welche Arten von EMF-Messgeräten es gibt
- Die besten Geräte für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis
- Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Unsere Top-Empfehlungen 2026
Welche Arten von EMF gibt es?
Bevor Sie ein Messgerät kaufen, müssen Sie verstehen, was Sie messen wollen:
1. Niederfrequenz (NF) – 0-100 kHz
Elektrische Felder (V/m):
- Entstehen bei Spannung (auch ohne Stromfluss)
- Quellen: Stromleitungen, Verlängerungskabel, Lampen
- Abschirmbar durch Wände, Kleidung
Magnetische Felder (µT oder nT):
- Entstehen bei Stromfluss
- Quellen: Eingeschaltete Geräte, Hochspannungsleitungen
- NICHT abschirmbar (gehen durch Wände, Körper)
2. Hochfrequenz (HF) – 100 kHz bis 300 GHz
Elektromagnetische Wellen (µW/m² oder V/m):
- WLAN-Router (2,4 GHz, 5 GHz)
- Mobilfunk (4G, 5G)
- Bluetooth-Geräte
- Mikrowellen
Wichtig: Ein gutes Messgerät sollte BEIDE Bereiche abdecken (NF + HF), da Quellen unterschiedlich sind.

Die besten EMF-Messgeräte 2026
Einsteiger (100-250 €)
1. Cornet ED88Tplus – Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Preis | ~180 € |
| Misst | NF (elektrisch + magnetisch) + HF |
| HF-Bereich | 100 MHz – 8 GHz |
| Display | LCD mit Balkenanzeige |
| Besonderheit | Akustisches Signal, Data Logger |
Vorteile:
- ✓ Misst NF + HF in einem Gerät
- ✓ Einfache Bedienung
- ✓ Günstiger Preis
- ✓ Data Logger (speichert Messungen)
Nachteile:
- ✗ HF-Bereich nur bis 8 GHz (5G bis 40 GHz geht nicht)
- ✗ Geringere Genauigkeit als Profi-Geräte
Für wen: Perfekt für Einsteiger, die Haupt-EMF-Quellen identifizieren wollen (WLAN, Stromleitungen, Geräte).
2. Trifield TF2 – Einfachste Bedienung
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Preis | ~200 € |
| Misst | NF (elektrisch + magnetisch) + HF |
| HF-Bereich | 20 MHz – 6 GHz |
| Display | Analoges Zeiger-Display + Digital |
| Besonderheit | Gewichtete Messung (berücksichtigt Frequenz) |
Vorteile:
- ✓ Sehr einfache Bedienung (Drehschalter)
- ✓ Robustes Design
- ✓ Gewichtete Messung (biologisch relevanter)
Nachteile:
- ✗ HF nur bis 6 GHz
- ✗ Kein Data Logger
- ✗ Batteriebetrieb (9V-Block, nicht wiederaufladbar)
Für wen: Ideal für Personen, die ein unkompliziertes, robustes Gerät wollen.
Fortgeschrittene (300-600 €)
3. Gigahertz Solutions HF35C – Bestes HF-Messgerät
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Preis | ~350 € |
| Misst | Nur HF (breitband) |
| HF-Bereich | 27 MHz – 3,3 GHz |
| Display | LCD mit Balken + Zahlenwert |
| Besonderheit | Akustisches Signal, sehr empfindlich |
Vorteile:
- ✓ Sehr hohe Empfindlichkeit
- ✓ Logarithmische Anzeige (großer Dynamikbereich)
- ✓ Akustisches Signal (ideal zum Aufspüren von Quellen)
- ✓ Made in Germany
Nachteile:
- ✗ Misst nur HF (nicht NF)
- ✗ Höherer Preis
- ✗ Nur bis 3,3 GHz (für meiste Anwendungen aber ausreichend)
Für wen: Perfekt für Personen, die HF-Quellen präzise messen wollen (WLAN, Mobilfunk, Nachbars-Router).
4. Gigahertz Solutions ME3951A – Bestes NF-Messgerät
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Preis | ~400 € |
| Misst | NF (magnetisch, 16 Hz – 100 kHz) |
| Besonderheit | 3D-Sensor, frequenzselektiv |
Vorteile:
- ✓ Sehr präzise NF-Messung
- ✓ Frequenzselektiv (erkennt 50 Hz Netz vs. höhere Frequenzen)
- ✓ 3D-Sensor (misst in alle Richtungen)
Nachteile:
- ✗ Misst nur NF magnetisch (nicht elektrisch, nicht HF)
- ✗ Hoher Preis
Für wen: Für Personen, die NF-Quellen präzise identifizieren wollen (Stromleitungen, Trafos, Induktionsherde).
Profis (1.000-2.500 €)
5. Gigahertz Solutions HFW59D – Profi-HF-Analysator
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Preis | ~1.500 € |
| Misst | HF (27 MHz – 3,3 GHz) |
| Besonderheit | Spektralanalyse, Peak-Hold, Data Logger |
Vorteile:
- ✓ Frequenz-selektive Messung (erkennt WLAN vs. Mobilfunk vs. DECT)
- ✓ Spektralanalyse (zeigt Frequenzspektrum)
- ✓ Peak-Hold (erfasst kurze Impulse)
- ✓ Data Logger
Nachteile:
- ✗ Sehr teuer
- ✗ Komplexe Bedienung (Einarbeitung nötig)
Für wen: Baubiologen, EMF-Berater, Personen mit starker EHS, die genaue Quellen-Analyse brauchen.
6. Aaronia Spectran HF-60105 V4 – Top-Gerät
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Preis | ~2.000 € |
| Misst | HF (1 MHz – 9,4 GHz) |
| Besonderheit | Echtzeit-Spektrumanalysator, USB-Anschluss |
Vorteile:
- ✓ Professionelle Spektralanalyse
- ✓ USB-Anschluss (Software-Analyse am PC)
- ✓ Bis 9,4 GHz (deckt 5G-Bereich ab)
Nachteile:
- ✗ Sehr teuer
- ✗ Komplex (nur für Profis)
Für wen: Professionelle EMF-Berater, Forscher.
Vergleichstabelle: Unsere Top-Empfehlungen

| Gerät | Preis | Misst | Für wen? | Rating |
|---|---|---|---|---|
| Cornet ED88Tplus | 180 € | NF + HF | Einsteiger | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Trifield TF2 | 200 € | NF + HF | Einfache Bedienung | ⭐⭐⭐⭐ |
| Gigahertz HF35C | 350 € | Nur HF | HF-Fokus | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Gigahertz ME3951A | 400 € | Nur NF | NF-Fokus | ⭐⭐⭐⭐ |
| Gigahertz HFW59D | 1.500 € | HF (spektral) | Profis | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
1. Was möchten Sie messen?
Nur Hochfrequenz (WLAN, Mobilfunk)?
- → Gigahertz HF35C (350 €) – beste Wahl
- → Oder: Cornet ED88Tplus (180 €) – Budget-Option
Nur Niederfrequenz (Stromnetz)?
- → Gigahertz ME3951A (400 €) – präzise
- → Oder: Cornet ED88Tplus (180 €) – Budget-Option
Beides (NF + HF)?
- → Cornet ED88Tplus (180 €) – beste Allround-Wahl
- → Oder: Trifield TF2 (200 €) – einfacher zu bedienen
2. Frequenzbereich
Für normale Anwendungen:
- HF bis 3-6 GHz reicht (deckt WLAN 2,4 + 5 GHz, 4G ab)
Für 5G-Messung:
- HF bis 40 GHz nötig (Profi-Geräte, >1.500 €)
- Aber: 5G in Deutschland nutzt meist 3,5 GHz (von normalen Geräten messbar)
3. Messeinheiten
Achten Sie darauf, dass das Gerät biologisch relevante Einheiten anzeigt:
Hochfrequenz:
- µW/m² (Mikrowatt pro Quadratmeter) – empfohlen
- Oder: V/m (Volt pro Meter)
Niederfrequenz elektrisch:
- V/m (Volt pro Meter)
Niederfrequenz magnetisch:
- nT (Nanotesla) oder µT (Mikrotesla)
4. Zusatzfunktionen
Wichtig:
- Akustisches Signal (zum Aufspüren von Quellen)
- Peak-Hold (erfasst kurze Impulse)
- Hintergrundbeleuchtung (Messung im Dunkeln)
Nice to have:
- Data Logger (speichert Messungen)
- Spektralanalyse (zeigt Frequenzen)
- USB-Anschluss (PC-Software)
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich wirklich ein Messgerät?
Ja, wenn…
- Sie Ihre EMF-Exposition gezielt reduzieren wollen
- Sie Hotspots in Ihrer Wohnung identifizieren möchten
- Sie überprüfen wollen, ob Schutzmaßnahmen funktionieren
- Sie elektrohypersensibel sind
Nicht unbedingt, wenn…
- Sie nur einfache Maßnahmen umsetzen (WLAN nachts aus, Handy in Flugmodus)
- Budget sehr begrenzt ist (dann lieber in Schutzmaßnahmen investieren)
Kann ich mit meinem Smartphone messen?
❌ Nein, nicht empfehlenswert.
- Smartphone-Apps messen nur HF (nicht NF)
- Sehr ungenau (oft Faktor 10-100 Abweichung)
- Nur für grobe Orientierung geeignet
Welches Gerät für Anfänger?
Unsere Top-Empfehlung: Cornet ED88Tplus (180 €)
- Misst NF + HF
- Einfache Bedienung
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Reicht ein günstiges Gerät (50-100 €)?
⚠️ Bedingt.
- Günstige Geräte (z.B. Amazon für 50 €) sind oft sehr ungenau
- Gut für grobe Orientierung, aber nicht für präzise Messungen
- Besser: 180 € für Cornet investieren
Wo kaufen?
Empfohlene Händler:
- Gigahertz Solutions: Direktverkauf (Deutschland)
- LessEMF.com: Versand weltweit (USA)
- EMFields Solutions: UK-basiert
- Amazon: Für Cornet, Trifield (auf seriöse Verkäufer achten!)
Unsere Kaufempfehlungen 2026
Budget: 180-200 €
Cornet ED88Tplus (180 €)
- Beste Wahl für Einsteiger
- Misst NF + HF
- Data Logger
Budget: 300-400 €
Gigahertz HF35C (350 €) + Trifield TF2 (200 €) = 550 €
- Präzise HF-Messung (HF35C)
- NF-Messung (Trifield TF2)
- Kombination deckt alles ab
Budget: 1.000+ € (Profi)
Gigahertz HFW59D (1.500 €) + ME3951A (400 €) = 1.900 €
- Professionelle HF-Spektralanalyse
- Präzise NF-Messung
- Für Baubiologen, EMF-Berater
Häufige Missverständnisse und Mythen
Mythos 1: „Alle EMF sind gleich gefährlich“
Fakt: Es gibt große Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen EMF sowie zwischen verschiedenen Frequenzen.
- Natürliche EMF: Erdmagnetfeld, Schumann-Resonanz (7,83 Hz) – meist harmlos
- Niederfrequent (NF): Stromleitungen, Haushaltsgeräte (50 Hz) – biologische Effekte umstritten
- Hochfrequent (HF): WLAN, Mobilfunk (900 MHz – 5 GHz) – WHO klassifiziert als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B)
- Ionisierende Strahlung: Röntgen, Radioaktivität – EINDEUTIG gefährlich (Gruppe 1)
Wichtig: Nicht alles pauschalieren. Differenzierung ist entscheidend!
Mythos 2: „Harmonisierungs-Geräte sind wissenschaftlich bewiesen“
Fakt: NEIN. Kein einziges Harmonisierungs-Gerät ist durch unabhängige peer-reviewed Studien belegt.
- ✗ Herstellerstudien existieren, aber mit methodischen Schwächen
- ✗ Placebo-Effekt nicht ausgeschlossen
- ✗ Behörden (BfS, WHO) empfehlen KEINE Harmonisierungs-Geräte
- ✓ ABER: Tausende Anwenderberichte über subjektive Verbesserungen
Fazit: Wissenschaftlich nicht bewiesen ≠ wirkungslos. Persönliches Testen mit Rückgaberecht empfohlen!
Mythos 3: „Abschirmung ist immer die beste Lösung“
Fakt: Abschirmung kann manchmal kontraproduktiv sein!
- Falsch angebrachte Abschirmung kann Strahlung VERSTÄRKEN (Reflektionen, Hotspots)
- Abschirmfarbe ohne Erdung ist wirkungslos
- Professionelle Messung + Installation nötig (kostet 500-2.000 €)
Besser: Erst Vermeiden und Abstand, dann erst Abschirmung als letztes Mittel!
Praktische Anwendung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Phase 1: Analyse (Woche 1)
Schritt 1: EMF-Quellen identifizieren
- Innen: WLAN-Router, Smart TV, Mikrowelle, DECT-Telefon, Babyphone, Smarte Geräte
- Außen: Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen, Trafostationen, Nachbars WLAN
- Optional: EMF-Messgerät kaufen (Cornet ED88Tplus, ~180 €) für genaue Messung
Schritt 2: Hotspots lokalisieren
- Wo halten Sie sich am längsten auf? (Schlafzimmer: 8h, Büro: 8h, Wohnzimmer: 4h)
- Welche Quellen sind in <2m Abstand? (Kritisch!)
- Nachts: Schlafplatz komplett EMF-frei? (Priorität #1)
Phase 2: Optimierung (Woche 2-4)
Quick Wins (0 €, sofort umsetzbar):
- WLAN nachts aus: Router ausschalten oder Zeitschaltuhr (10 €)
- Smartphone Flugmodus: Nachts ODER in anderem Raum lassen
- Abstand vergrößern: Router von 1m auf 3m vom Arbeitsplatz → 90% Reduktion!
- Kabelgebunden: LAN-Kabel statt WLAN wo möglich (Arbeitsplatz, TV)
- DECT-Telefon weg: Durch altes kabelgebundenes Telefon ersetzen
Geschätzte Reduktion durch Quick Wins: 50-70% der vermeidbaren EMF-Exposition
Budget-Maßnahmen (50-300 €):
- Netzfreischalter Schlafzimmer: 50-150 € → Stromkreis nachts komplett aus
- EMF-Messgerät: 150-200 € → Zur Erfolgskontrolle und Quellensuche
- Abgeschirmte Kabel: 20-50 € → Für kritische Verbindungen
- Zeitschaltuhr: 10-20 € → WLAN automatisch nachts aus
Geschätzte zusätzliche Reduktion: +10-20%
Phase 3: Evaluation (Woche 5-8)
Tracking der Effekte:
- Subjektiv: Schlafqualität (1-10), Kopfschmerzen (Häufigkeit), Energielevel (1-10)
- Objektiv (optional): Oura Ring, Whoop → HRV, Tiefschlaf, REM-Phasen
- EMF-Messung: Vorher/Nachher-Vergleich mit Messgerät
Bewertung nach 4-8 Wochen:
- Deutliche Verbesserung (>50%): Glückwunsch! Weiter so.
- Moderate Verbesserung (20-50%): Weitere Optimierungen möglich (Harmonisierungs-Geräte, Abschirmung)
- Keine Verbesserung (<20%): EMF eventuell nicht Hauptursache → Arzt konsultieren
Fortgeschrittene Tipps und Tricks
Tipp 1: Nachtmodus für WLAN optimal nutzen
Standard-Tipp: WLAN nachts ausschalten.
Pro-Tipp: Viele Router haben WLAN-Zeitplanung eingebaut!
- Router-Oberfläche öffnen (meist 192.168.1.1 oder 192.168.0.1)
- Einstellungen → WLAN → Zeitplanung
- WLAN aus: 23:00 Uhr, WLAN an: 06:00 Uhr
- → Automatisch, keine Zeitschaltuhr nötig!
Noch besser: 5 GHz-WLAN komplett deaktivieren (wenn nicht zwingend nötig), nur 2,4 GHz nutzen (geringere Strahlung bei gleicher Reichweite).
Tipp 2: Smartphone-Nutzung optimieren
Problem: Smartphone am Ohr = höchste SAR-Exposition (direkter Körperkontakt!)
Lösungen:
- Freisprechfunktion: IMMER nutzen beim Telefonieren (90% Reduktion!)
- Kabelgebundene Kopfhörer: Besser als Bluetooth (weniger zusätzliche Strahlung)
- Flugmodus + WLAN: Wenn nur Internet nötig, Mobilfunk aus (50% Reduktion)
- Nachts: Flugmodus ODER anderer Raum (nicht auf Nachttisch!)
- Nie am Körper tragen: Nicht in Hosentasche (Fortpflanzungsorgane!), besser in Tasche/Rucksack
Tipp 3: Smart Home EMF-optimiert einrichten
Problem: Smart Home = viele zusätzliche Funkgeräte (Lampen, Thermostate, Kameras, Lautsprecher)
Lösung: Kabelgebundene Alternativen nutzen
| Gerät | Funk-Variante (hoch EMF) | Kabel-Alternative (niedrig EMF) |
|---|---|---|
| Lautsprecher | Sonos, Bluetooth | Kabel-Lautsprecher + Verstärker |
| Thermostat | Nest, tado° | Programmierbares Kabel-Thermostat |
| Kamera | Ring, Arlo (WLAN) | PoE-Kameras (Power over Ethernet) |
| Beleuchtung | Philips Hue (Zigbee) | Zeitschalter + normale Lampen |
Wenn Funk nötig: Zigbee oder Z-Wave statt WLAN (geringere Sendeleistung)
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind EMF wirklich gefährlich?
Kurze Antwort: Umstritten. Die Wissenschaft ist gespalten.
Lange Antwort:
- WHO: Klassifiziert Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B – wie Kaffee)
- IARC (Krebsforschung): 2011 Einstufung 2B basierend auf limitierter Evidenz
- Behörden (BfS, FCC): „Keine Gesundheitsgefahr bei Einhaltung der Grenzwerte“
- Kritische Studien: Zeigen DNA-Schäden, oxidativen Stress, Einfluss auf Spermienqualität
- Industrie-Studien: Finden meist keine Effekte
Fazit: Langzeitrisiken (20-30 Jahre) noch unklar. Vorsorgeprinzip sinnvoll, besonders für Kinder!
Wie schnell sehe ich Verbesserungen nach EMF-Reduktion?
Typische Timeline:
- Tage 1-3: Oft noch keine bewusste Wahrnehmung
- Woche 1-2: Besserer Schlaf (häufigstes erstes Zeichen)
- Woche 3-4: Mehr Energie, bessere Konzentration
- Monat 2-3: Chronische Symptome (Kopfschmerzen) reduzieren sich
- Langfristig (6+ Monate): Stabilisierung der Effekte
Wichtig: Sehr individuelle; nicht jeder spürt sofort etwas. Objektives Tracking (HRV, Schlaf-App) hilft!
Brauche ich wirklich ein EMF-Messgerät?
JA, wenn:
- Sie EMF-sensibel sind (Symptome haben)
- Sie hohe Außenbelastung vermuten (Mobilfunkmast nah, Hochspannungsleitung)
- Sie Abschirmung planen (Erfolgskontrolle wichtig!)
- Sie objektive Daten wollen (Messungen vor/nach Maßnahmen)
NEIN, wenn:
- Budget knapp ist (0 €-Maßnahmen bringen bereits 50-70% Reduktion!)
- Keine Symptome, nur präventiv interessiert
- Einfache Optimierungen reichen (WLAN aus, Abstand vergrößern)
Empfehlung: Cornet ED88Tplus (180 €) oder Trifield TF2 (200 €) – messen NF + HF
Können Kinder empfindlicher auf EMF reagieren?
JA, mehrere Gründe:
- Dünnerer Schädel: Strahlung dringt tiefer ins Gehirn ein (bis 2x tiefer als bei Erwachsenen)
- Höherer Wassergehalt: Gewebe absorbiert mehr EMF
- Sich entwickelndes Nervensystem: Empfindlicher in Wachstumsphase
- Längere Lebenszeit-Exposition: Kinder nutzen Smartphones 50-70 Jahre (vs. 20-30 bei Erwachsenen)
Empfehlungen für Kinder:
- Kein eigenes Smartphone vor 12 Jahren (oder stark limitiert)
- IMMER Freisprechfunktion beim Telefonieren
- Tablet/Smartphone nicht am Körper (Rucksack, Tisch)
- Keine WLAN-Router im Kinderzimmer
- Nachts: Flugmodus ODER Gerät in anderem Raum
Wie finde ich einen guten EMF-Berater?
Zertifizierungen und Verbände:
- Deutschland: Verband Baubiologie (VB) – baubiologie.de
- Österreich: Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit (IBN)
- Schweiz: Baubiologie Schweiz – baubio.ch
Worauf achten bei Beraterwahl:
- ✅ Zertifizierung (Baubiologe IBN, Elektrobiologe)
- ✅ Messprotokoll nach SBM-2015 (Standard Baubiologische Messtechnik)
- ✅ Unabhängigkeit (verkauft NICHT nur eigene Produkte)
- ✅ Referenzen / Kundenbewertungen
- ✗ Vorsicht bei: „Garantiert 100% EMF-frei“ → Unrealistisch!
Kosten: 200-500 € für Wohnungs-Messung (2-4 Stunden), 500-1.500 € für umfassende Beratung + Sanierungsplan
Weiterführende Ressourcen
Offizielle Quellen und Studien
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Offizielle deutsche Behörde für EMF-Schutz
- WHO EMF Project: Weltgesundheitsorganisation EMF-Informationen
- IARC Monographs: Krebsforschung – Einstufung von EMF
- Schweizer BAFU: Bundesamt für Umwelt – NIS (Nichtionisierende Strahlung)
Kritische Wissenschaft
- Bioinitiative Report 2012: Umfassende Analyse von 1.800+ Studien zu EMF-Gesundheitsrisiken
- EMF Scientists Appeal: 250+ Wissenschaftler fordern strengere Grenzwerte
- Powerwatch (UK): Unabhängige EMF-Forschung und -Information
Praktische Hilfe DACH
- Baubiologie Regional: Berater-Verzeichnis nach PLZ
- Diagnose-Funk: Umwelt- und Verbraucherorganisation (kritisch zu Mobilfunk)
- Gigaherz.ch (Schweiz): Verein für Strahlenschutz
Fazit und nächste Schritte
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
- EMF-Risiko: Wissenschaft umstritten, Vorsorgeprinzip empfohlen (besonders Kinder!)
- Prioritäten: Vermeiden > Abstand > Abschirmen (in dieser Reihenfolge!)
- Quick Wins (0 €): WLAN nachts aus, Smartphone Flugmodus, Abstand vergrößern → 50-70% Reduktion
- Messgerät: Sinnvoll bei Symptomen oder hoher Belastung (180-200 €)
- Harmonisierungs-Geräte: Nicht wissenschaftlich bewiesen, aber viele positive Anwenderberichte → Selbst testen mit Rückgaberecht!
Ihr 30-Tage-Aktionsplan:
Woche 1: Analyse
- EMF-Quellen identifizieren (innen + außen)
- Hotspots lokalisieren (wo halten Sie sich lange auf?)
- Optional: Messgerät bestellen
Woche 2-3: Quick Wins umsetzen
- WLAN nachts aus (Zeitschaltuhr oder Router-Einstellung)
- Smartphone nachts Flugmodus oder anderer Raum
- Abstand zu Quellen vergrößern (Router, DECT-Telefon)
- Kabelgebunden wo möglich (LAN statt WLAN am Arbeitsplatz)
Woche 4: Evaluation
- Schlafqualität verbessert? (subjektiv oder Schlaf-App)
- Kopfschmerzen/Symptome reduziert?
- EMF-Messung: Vorher/Nachher-Vergleich
Nach 30 Tagen: Entscheidung über weitere Maßnahmen
- Deutliche Verbesserung (>50%): Glückwunsch, weiter so!
- Moderate Verbesserung (20-50%): Budget-Maßnahmen prüfen (Netzfreischalter, Harmonisierungs-Geräte)
- Keine Verbesserung: EMF evtl. nicht Hauptursache → Arzt konsultieren
Wichtigster Tipp zum Schluss: Nicht verrückt machen! Starten Sie mit kostenlosen Maßnahmen. Die bringen bereits 50-70% Verbesserung. Perfektionismus ist kontraproduktiv – Stress ist gesundheitsschädlicher als moderate EMF-Exposition!
