„Strukturiertes Wasser“ ist ein Begriff, der in Wellness-Kreisen immer populärer wird. Anbieter versprechen bessere Hydratation, mehr Energie und sogar gesundheitliche Vorteile. Aber was sagt die Wissenschaft dazu?
Ist strukturiertes Wasser ein echtes Phänomen – oder cleveres Marketing?
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Was „strukturiertes Wasser“ überhaupt bedeutet
- Wissenschaftliche Evidenz für und gegen strukturiertes Wasser
- Was die Forschung wirklich zeigt
- Unsere evidenzbasierte Einschätzung
Was ist „strukturiertes Wasser“?

Die verschiedenen Definitionen
Das Problem beginnt schon bei der Definition. „Strukturiertes Wasser“ wird unterschiedlich verstanden:
1. Hexagonales Wasser (H3O2)
- Hypothese: Wassermoleküle ordnen sich in sechseckigen Clustern an
- Soll in Zellen besser aufgenommen werden
- Popularisiert durch Dr. Mu Shik Jhon (Korea)
2. EZ-Wasser (Exclusion Zone Water)
- Entdeckt von Dr. Gerald Pollack (University of Washington)
- Wasser nahe hydrophiler Oberflächen bildet eine „Ausschlusszone“
- Hat andere physikalische Eigenschaften als Bulk-Wasser
- Wissenschaftlich am besten dokumentiert
3. Kohärentes Wasser
- Konzept aus der Quantenphysik
- Wassermoleküle schwingen im „kohärenten“ Zustand
- Theoretisch beschrieben von Emilio Del Giudice und Giuseppe Vitiello
4. Gequirltes/Verwirbeltes Wasser
- Durch Bewegung „strukturiertes“ Wasser
- Basiert auf Viktor Schauberger's Ideen
- Sauerstoffanreicherung ist nachweisbar, „Struktur“ umstritten
Problem: Es gibt keine einheitliche wissenschaftliche Definition von „strukturiertem Wasser“. Jeder Anbieter definiert es anders.
Die Wissenschaft: Was wissen wir wirklich?
Gesicherte Fakten über Wasser
1. Wasserstoffbrücken existieren
- Wassermoleküle bilden temporäre Bindungen (Wasserstoffbrücken)
- Diese brechen und bilden sich ständig neu (Pikosekunden-Bereich)
- Cluster existieren, aber nur für extrem kurze Zeit
2. Wasser hat verschiedene Phasen
- Fest (Eis), flüssig, gasförmig (Dampf)
- Wissenschaftlich anerkannt: Über 18 verschiedene Eis-Phasen
- Bei Raumtemperatur: Nur flüssige Phase stabil
3. Wasser nahe Oberflächen verhält sich anders
- Dr. Pollacks EZ-Wasser ist wissenschaftlich dokumentiert
- Wasser nahe hydrophiler Oberflächen (z.B. Nafion-Membran) bildet geordnete Zone
- Diese Zone hat messbar andere Eigenschaften

Umstrittene Behauptungen
1. „Hexagonales Wasser“ (H3O2)
❌ Wissenschaftlicher Konsens: Nicht belegt
- Chemische Formel H3O2 ist nicht stabil bei Raumtemperatur
- Hexagonale Cluster brechen innerhalb Pikosekunden wieder auf
- NMR-Spektroskopie zeigt keine langfristige Strukturänderung
- Peer-reviewed Studien fehlen
2. „Wassergedächtnis“
❌ Wissenschaftlicher Konsens: Widerlegt
- Konzept von Jacques Benveniste (1988, Nature)
- Behauptung: Wasser „erinnert“ sich an gelöste Substanzen
- Basis der Homöopathie
- Mehrfach widerlegt, nicht reproduzierbar
3. Langfristige Strukturänderung durch Verwirbelung
⚠️ Wissenschaftlicher Konsens: Teilweise belegt
- Sauerstoffanreicherung: ✅ Nachgewiesen
- Geschmacksveränderung: ✅ In Blind-Tests bestätigt
- Langfristige molekulare Strukturänderung: ❌ Nicht belegt
- Thermodynamik legt nahe: Wasser kehrt zu Gleichgewicht zurück
Dr. Gerald Pollacks EZ-Wasser: Die Ausnahme
Was ist EZ-Wasser?

Dr. Gerald Pollack (University of Washington) hat eine Form von „strukturiertem Wasser“ nachgewiesen:
Eigenschaften von EZ-Wasser:
- Bildet sich nahe hydrophiler Oberflächen (z.B. Nafion, Gel)
- Hat hexagonale Struktur (ähnlich wie Eis)
- Ist viskoser als normales Wasser
- Schließt gelöste Stoffe aus („Exclusion Zone“)
- Hat negative Ladung
- Absorbiert Licht bei 270 nm
Wissenschaftliche Validierung:
- Über 200 peer-reviewed Studien
- Reproduzierbar in verschiedenen Laboren
- Messbar mit Standard-Instrumenten
Aber: Ist EZ-Wasser relevant für Trinkwasser?
⚠️ Problem: EZ-Wasser bildet sich nur nahe speziellen Oberflächen.
- Im Körper: Möglicherweise nahe Zellmembranen relevant
- In Trinkwasser: Keine EZ-Struktur nachweisbar (kein Kontakt zu hydrophilen Oberflächen)
- In Wasserstrukturierern: Keine Evidenz für EZ-Bildung
Fazit: EZ-Wasser ist real und wissenschaftlich dokumentiert – aber ob Wasserstrukturierer EZ-Wasser erzeugen, ist nicht belegt.
Studien zu „strukturiertem Wasser“: Was zeigen sie?
Pflanzenwachstums-Studien
✅ Mehrere Studien zeigen: Pflanzen wachsen besser mit „strukturiertem“ Wasser
Beispiele:
- Studie von Hwang et al. (2006): Besseres Wachstum mit magnetisiertem Wasser
- Studie von Chibowski et al. (2018): Strukturiertes Wasser verbessert Keimung
Kritik:
- Kleine Stichproben
- Mechanismus unklar (Sauerstoff? Mineralien? Struktur?)
- Nicht alle Studien zeigen Effekt
Blutviskosität-Studien
⚠️ Gemischte Ergebnisse
Einige Studien zeigen: Reduzierte Blutviskosität nach Trinken von strukturiertem Wasser
Kritik:
- Oft Darkfield-Mikroskopie (wissenschaftlich umstritten)
- Kein Vergleich mit normalem Wasser (Placebo-Kontrolle fehlt)
- Nicht in etablierten medizinischen Journals publiziert
Hydratations-Studien
❌ Keine Evidenz für bessere Hydratation
- Keine peer-reviewed Studien zeigen bessere zelluläre Wasseraufnahme
- Physiologisch nicht plausibel (Wasser wird im Darm absorbiert, „Struktur“ irrelevant)
Warum berichten Menschen von Wirkungen?
Mögliche Erklärungen
1. Placebo-Effekt
- Erwartungshaltung beeinflusst Wahrnehmung
- Besonders bei subjektiven Parametern (Energie, Wohlbefinden)
2. Sauerstoffanreicherung (bei Verwirbelung)
- Nachweislich höherer O2-Gehalt
- Kann Geschmack verbessern
- Möglicherweise leicht verdaulicher
3. Mineralien-Veränderung
- Manche Geräte fügen Mineralien hinzu
- Kann Geschmack und pH-Wert verändern
4. Psychologischer Effekt
- Bewussteres Trinken → mehr Wasser → bessere Hydratation
- Ritual und Achtsamkeit haben eigenen Wert
5. Noch unbekannte Mechanismen?
- Wissenschaft ist nicht vollständig
- Mögliche subtile Effekte, die noch nicht messbar sind
- Aber: Fehlen von Evidenz ist nicht Evidenz für Fehlen
Was sagen Behörden und Verbraucherschutz?
Deutschland: Verbraucherzentrale
❌ Position: Warnung vor überzogenen Werbeversprechen
- „Strukturiertes Wasser“ ist kein wissenschaftlich definierter Begriff
- Gesundheitsversprechen sind nicht belegt
- Teils irreführende Werbung
Schweiz: Bundesamt für Gesundheit (BAG)
⚠️ Position: Keine gesundheitlichen Vorteile nachgewiesen
- Leitungswasser in der Schweiz ist von höchster Qualität
- „Strukturierung“ bietet keinen zusätzlichen Nutzen
USA: FDA
❌ Position: Keine medizinischen Claims erlaubt
- Anbieter dürfen keine Gesundheitsversprechen machen
- Mehrere Abmahnungen wegen irreführender Werbung
Unsere evidenzbasierte Einschätzung
Was ist belegt?
✅ Sauerstoffanreicherung durch Verwirbelung
- Messbar, reproduzierbar
- Kann Geschmack verbessern
- Echtes physikalisches Phänomen
✅ EZ-Wasser (nahe hydrophiler Oberflächen)
- Wissenschaftlich dokumentiert
- Aber: Nicht in Trinkwasser nachweisbar
Was ist nicht belegt?
❌ Langfristige molekulare Strukturänderung
- Wasserstoffbrücken brechen innerhalb Pikosekunden
- Thermodynamik spricht dagegen
❌ Bessere Hydratation
- Keine peer-reviewed Studien
- Physiologisch nicht plausibel
❌ Gesundheitliche Vorteile
- Keine kontrollierten klinischen Studien
- Anekdotische Evidenz ist nicht Wissenschaft
Unser Fazit
Strukturiertes Wasser ist größtenteils Marketing, ABER:
- Verwirbelung funktioniert (Sauerstoff, Geschmack) – aber nicht wegen „Struktur“
- Subjektive Wirkungen sind real (Placebo, Ritual, bewussteres Trinken)
- Wissenschaftliche Lücken existieren – vielleicht gibt es subtile Effekte, die noch nicht messbar sind
Empfehlung:
- Wenn Sie Verbesserungen spüren: Nutzen Sie es weiter (Placebo ist auch Wirkung)
- Erwarten Sie keine Wunder
- Investieren Sie nicht Tausende Euro in ungeprüfte Technologie
- Basis-Hydratation (genug trinken) ist wichtiger als „Struktur“
→ Kompletter Wasserstrukturierungs-Leitfaden
Häufige Missverständnisse und Mythen
Mythos 1: „Alle EMF sind gleich gefährlich“
Fakt: Es gibt große Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen EMF sowie zwischen verschiedenen Frequenzen.
- Natürliche EMF: Erdmagnetfeld, Schumann-Resonanz (7,83 Hz) – meist harmlos
- Niederfrequent (NF): Stromleitungen, Haushaltsgeräte (50 Hz) – biologische Effekte umstritten
- Hochfrequent (HF): WLAN, Mobilfunk (900 MHz – 5 GHz) – WHO klassifiziert als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B)
- Ionisierende Strahlung: Röntgen, Radioaktivität – EINDEUTIG gefährlich (Gruppe 1)
Wichtig: Nicht alles pauschalieren. Differenzierung ist entscheidend!
Mythos 2: „Harmonisierungs-Geräte sind wissenschaftlich bewiesen“
Fakt: NEIN. Kein einziges Harmonisierungs-Gerät ist durch unabhängige peer-reviewed Studien belegt.
- ✗ Herstellerstudien existieren, aber mit methodischen Schwächen
- ✗ Placebo-Effekt nicht ausgeschlossen
- ✗ Behörden (BfS, WHO) empfehlen KEINE Harmonisierungs-Geräte
- ✓ ABER: Tausende Anwenderberichte über subjektive Verbesserungen
Fazit: Wissenschaftlich nicht bewiesen ≠ wirkungslos. Persönliches Testen mit Rückgaberecht empfohlen!
Mythos 3: „Abschirmung ist immer die beste Lösung“
Fakt: Abschirmung kann manchmal kontraproduktiv sein!
- Falsch angebrachte Abschirmung kann Strahlung VERSTÄRKEN (Reflektionen, Hotspots)
- Abschirmfarbe ohne Erdung ist wirkungslos
- Professionelle Messung + Installation nötig (kostet 500-2.000 €)
Besser: Erst Vermeiden und Abstand, dann erst Abschirmung als letztes Mittel!
Praktische Anwendung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Phase 1: Analyse (Woche 1)
Schritt 1: EMF-Quellen identifizieren
- Innen: WLAN-Router, Smart TV, Mikrowelle, DECT-Telefon, Babyphone, Smarte Geräte
- Außen: Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen, Trafostationen, Nachbars WLAN
- Optional: EMF-Messgerät kaufen (Cornet ED88Tplus, ~180 €) für genaue Messung
Schritt 2: Hotspots lokalisieren
- Wo halten Sie sich am längsten auf? (Schlafzimmer: 8h, Büro: 8h, Wohnzimmer: 4h)
- Welche Quellen sind in <2m Abstand? (Kritisch!)
- Nachts: Schlafplatz komplett EMF-frei? (Priorität #1)
Phase 2: Optimierung (Woche 2-4)
Quick Wins (0 €, sofort umsetzbar):
- WLAN nachts aus: Router ausschalten oder Zeitschaltuhr (10 €)
- Smartphone Flugmodus: Nachts ODER in anderem Raum lassen
- Abstand vergrößern: Router von 1m auf 3m vom Arbeitsplatz → 90% Reduktion!
- Kabelgebunden: LAN-Kabel statt WLAN wo möglich (Arbeitsplatz, TV)
- DECT-Telefon weg: Durch altes kabelgebundenes Telefon ersetzen
Geschätzte Reduktion durch Quick Wins: 50-70% der vermeidbaren EMF-Exposition
Budget-Maßnahmen (50-300 €):
- Netzfreischalter Schlafzimmer: 50-150 € → Stromkreis nachts komplett aus
- EMF-Messgerät: 150-200 € → Zur Erfolgskontrolle und Quellensuche
- Abgeschirmte Kabel: 20-50 € → Für kritische Verbindungen
- Zeitschaltuhr: 10-20 € → WLAN automatisch nachts aus
Geschätzte zusätzliche Reduktion: +10-20%
Phase 3: Evaluation (Woche 5-8)
Tracking der Effekte:
- Subjektiv: Schlafqualität (1-10), Kopfschmerzen (Häufigkeit), Energielevel (1-10)
- Objektiv (optional): Oura Ring, Whoop → HRV, Tiefschlaf, REM-Phasen
- EMF-Messung: Vorher/Nachher-Vergleich mit Messgerät
Bewertung nach 4-8 Wochen:
- Deutliche Verbesserung (>50%): Glückwunsch! Weiter so.
- Moderate Verbesserung (20-50%): Weitere Optimierungen möglich (Harmonisierungs-Geräte, Abschirmung)
- Keine Verbesserung (<20%): EMF eventuell nicht Hauptursache → Arzt konsultieren
Fortgeschrittene Tipps und Tricks
Tipp 1: Nachtmodus für WLAN optimal nutzen
Standard-Tipp: WLAN nachts ausschalten.
Pro-Tipp: Viele Router haben WLAN-Zeitplanung eingebaut!
- Router-Oberfläche öffnen (meist 192.168.1.1 oder 192.168.0.1)
- Einstellungen → WLAN → Zeitplanung
- WLAN aus: 23:00 Uhr, WLAN an: 06:00 Uhr
- → Automatisch, keine Zeitschaltuhr nötig!
Noch besser: 5 GHz-WLAN komplett deaktivieren (wenn nicht zwingend nötig), nur 2,4 GHz nutzen (geringere Strahlung bei gleicher Reichweite).
Tipp 2: Smartphone-Nutzung optimieren
Problem: Smartphone am Ohr = höchste SAR-Exposition (direkter Körperkontakt!)
Lösungen:
- Freisprechfunktion: IMMER nutzen beim Telefonieren (90% Reduktion!)
- Kabelgebundene Kopfhörer: Besser als Bluetooth (weniger zusätzliche Strahlung)
- Flugmodus + WLAN: Wenn nur Internet nötig, Mobilfunk aus (50% Reduktion)
- Nachts: Flugmodus ODER anderer Raum (nicht auf Nachttisch!)
- Nie am Körper tragen: Nicht in Hosentasche (Fortpflanzungsorgane!), besser in Tasche/Rucksack
Tipp 3: Smart Home EMF-optimiert einrichten
Problem: Smart Home = viele zusätzliche Funkgeräte (Lampen, Thermostate, Kameras, Lautsprecher)
Lösung: Kabelgebundene Alternativen nutzen
| Gerät | Funk-Variante (hoch EMF) | Kabel-Alternative (niedrig EMF) |
|---|---|---|
| Lautsprecher | Sonos, Bluetooth | Kabel-Lautsprecher + Verstärker |
| Thermostat | Nest, tado° | Programmierbares Kabel-Thermostat |
| Kamera | Ring, Arlo (WLAN) | PoE-Kameras (Power over Ethernet) |
| Beleuchtung | Philips Hue (Zigbee) | Zeitschalter + normale Lampen |
Wenn Funk nötig: Zigbee oder Z-Wave statt WLAN (geringere Sendeleistung)
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind EMF wirklich gefährlich?
Kurze Antwort: Umstritten. Die Wissenschaft ist gespalten.
Lange Antwort:
- WHO: Klassifiziert Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B – wie Kaffee)
- IARC (Krebsforschung): 2011 Einstufung 2B basierend auf limitierter Evidenz
- Behörden (BfS, FCC): „Keine Gesundheitsgefahr bei Einhaltung der Grenzwerte“
- Kritische Studien: Zeigen DNA-Schäden, oxidativen Stress, Einfluss auf Spermienqualität
- Industrie-Studien: Finden meist keine Effekte
Fazit: Langzeitrisiken (20-30 Jahre) noch unklar. Vorsorgeprinzip sinnvoll, besonders für Kinder!
Wie schnell sehe ich Verbesserungen nach EMF-Reduktion?
Typische Timeline:
- Tage 1-3: Oft noch keine bewusste Wahrnehmung
- Woche 1-2: Besserer Schlaf (häufigstes erstes Zeichen)
- Woche 3-4: Mehr Energie, bessere Konzentration
- Monat 2-3: Chronische Symptome (Kopfschmerzen) reduzieren sich
- Langfristig (6+ Monate): Stabilisierung der Effekte
Wichtig: Sehr individuelle; nicht jeder spürt sofort etwas. Objektives Tracking (HRV, Schlaf-App) hilft!
Brauche ich wirklich ein EMF-Messgerät?
JA, wenn:
- Sie EMF-sensibel sind (Symptome haben)
- Sie hohe Außenbelastung vermuten (Mobilfunkmast nah, Hochspannungsleitung)
- Sie Abschirmung planen (Erfolgskontrolle wichtig!)
- Sie objektive Daten wollen (Messungen vor/nach Maßnahmen)
NEIN, wenn:
- Budget knapp ist (0 €-Maßnahmen bringen bereits 50-70% Reduktion!)
- Keine Symptome, nur präventiv interessiert
- Einfache Optimierungen reichen (WLAN aus, Abstand vergrößern)
Empfehlung: Cornet ED88Tplus (180 €) oder Trifield TF2 (200 €) – messen NF + HF
Können Kinder empfindlicher auf EMF reagieren?
JA, mehrere Gründe:
- Dünnerer Schädel: Strahlung dringt tiefer ins Gehirn ein (bis 2x tiefer als bei Erwachsenen)
- Höherer Wassergehalt: Gewebe absorbiert mehr EMF
- Sich entwickelndes Nervensystem: Empfindlicher in Wachstumsphase
- Längere Lebenszeit-Exposition: Kinder nutzen Smartphones 50-70 Jahre (vs. 20-30 bei Erwachsenen)
Empfehlungen für Kinder:
- Kein eigenes Smartphone vor 12 Jahren (oder stark limitiert)
- IMMER Freisprechfunktion beim Telefonieren
- Tablet/Smartphone nicht am Körper (Rucksack, Tisch)
- Keine WLAN-Router im Kinderzimmer
- Nachts: Flugmodus ODER Gerät in anderem Raum
Wie finde ich einen guten EMF-Berater?
Zertifizierungen und Verbände:
- Deutschland: Verband Baubiologie (VB) – baubiologie.de
- Österreich: Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit (IBN)
- Schweiz: Baubiologie Schweiz – baubio.ch
Worauf achten bei Beraterwahl:
- ✅ Zertifizierung (Baubiologe IBN, Elektrobiologe)
- ✅ Messprotokoll nach SBM-2015 (Standard Baubiologische Messtechnik)
- ✅ Unabhängigkeit (verkauft NICHT nur eigene Produkte)
- ✅ Referenzen / Kundenbewertungen
- ✗ Vorsicht bei: „Garantiert 100% EMF-frei“ → Unrealistisch!
Kosten: 200-500 € für Wohnungs-Messung (2-4 Stunden), 500-1.500 € für umfassende Beratung + Sanierungsplan
Weiterführende Ressourcen
Offizielle Quellen und Studien
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Offizielle deutsche Behörde für EMF-Schutz
- WHO EMF Project: Weltgesundheitsorganisation EMF-Informationen
- IARC Monographs: Krebsforschung – Einstufung von EMF
- Schweizer BAFU: Bundesamt für Umwelt – NIS (Nichtionisierende Strahlung)
Kritische Wissenschaft
- Bioinitiative Report 2012: Umfassende Analyse von 1.800+ Studien zu EMF-Gesundheitsrisiken
- EMF Scientists Appeal: 250+ Wissenschaftler fordern strengere Grenzwerte
- Powerwatch (UK): Unabhängige EMF-Forschung und -Information
Praktische Hilfe DACH
- Baubiologie Regional: Berater-Verzeichnis nach PLZ
- Diagnose-Funk: Umwelt- und Verbraucherorganisation (kritisch zu Mobilfunk)
- Gigaherz.ch (Schweiz): Verein für Strahlenschutz
Fazit und nächste Schritte
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
- EMF-Risiko: Wissenschaft umstritten, Vorsorgeprinzip empfohlen (besonders Kinder!)
- Prioritäten: Vermeiden > Abstand > Abschirmen (in dieser Reihenfolge!)
- Quick Wins (0 €): WLAN nachts aus, Smartphone Flugmodus, Abstand vergrößern → 50-70% Reduktion
- Messgerät: Sinnvoll bei Symptomen oder hoher Belastung (180-200 €)
- Harmonisierungs-Geräte: Nicht wissenschaftlich bewiesen, aber viele positive Anwenderberichte → Selbst testen mit Rückgaberecht!
Ihr 30-Tage-Aktionsplan:
Woche 1: Analyse
- EMF-Quellen identifizieren (innen + außen)
- Hotspots lokalisieren (wo halten Sie sich lange auf?)
- Optional: Messgerät bestellen
Woche 2-3: Quick Wins umsetzen
- WLAN nachts aus (Zeitschaltuhr oder Router-Einstellung)
- Smartphone nachts Flugmodus oder anderer Raum
- Abstand zu Quellen vergrößern (Router, DECT-Telefon)
- Kabelgebunden wo möglich (LAN statt WLAN am Arbeitsplatz)
Woche 4: Evaluation
- Schlafqualität verbessert? (subjektiv oder Schlaf-App)
- Kopfschmerzen/Symptome reduziert?
- EMF-Messung: Vorher/Nachher-Vergleich
Nach 30 Tagen: Entscheidung über weitere Maßnahmen
- Deutliche Verbesserung (>50%): Glückwunsch, weiter so!
- Moderate Verbesserung (20-50%): Budget-Maßnahmen prüfen (Netzfreischalter, Harmonisierungs-Geräte)
- Keine Verbesserung: EMF evtl. nicht Hauptursache → Arzt konsultieren
Wichtigster Tipp zum Schluss: Nicht verrückt machen! Starten Sie mit kostenlosen Maßnahmen. Die bringen bereits 50-70% Verbesserung. Perfektionismus ist kontraproduktiv – Stress ist gesundheitsschädlicher als moderate EMF-Exposition!
